Auswertung 17. April 2020

Was sagt der Warenkorb und was sagen die Haushalte?

Während eine neue Auswertung des gesamten Fragebogens erst nächste Woche erfolgt, kann nun zum ersten Mal eine Auswertung der tatsächlich erfolgten Einkäufe des gesamten Consumer Panel mit seinen rund 20.000 Haushalten erfolgen.

Konkret konnten hierfür die tatsächlichen Einkäufe für Güter des täglichen Bedarfs für zwei vergleichbare Zeitabschnitte ermittelt werden. Lokalisiert man die erhöhte Wahrnehmung der Corona-Krise in die letzte Februar Woche, so sind die vier Wochen davor (27. Januar bis 23. Februar) noch „coronafrei“. Die Einkäufe in diesen vier Wochen werden nachfolgend mit denjenigen in den anschließenden vier Wochen (24. Februar bis 22. März) verglichen.

Dabei ist ein deutlicher Anstieg der Ausgaben für die Güter des täglichen Bedarfs festzustellen. Nach entsprechender Hochrechnung, um die Repräsentativität herzustellen, ergeben sich damit über alle deutsche Haushalte hinweg die folgenden Änderungen. Im Vergleich zum (vierwöchigen) Vor-Corona-Zeitraum stiegen die Ausgaben für Güter des täglichen Bedarfs um 17,9 % an (genauer von durchschnittlich rund 292 Euro auf 344 Euro).

Dass dieser Anstieg auf eine Bevorratung zurückgeht, zeigt sich bei einer genaueren Aufschlüsselung. So stiegen die Ausgaben für frische Lebensmittel nur um rund 10 %, die für haltbare Lebensmittel aber um 20 %.  Besonders deutlich war der Anstieg bei Drogerieartikel, bei denen der Anstieg sogar knapp 25 % betrug.

Abbildung 1: Warenkorbanalyse

In der Befragungsrunde vom 20. bis 30. März wurden die Haushalte zudem zu ihrer Bevorratung detailliert befragt. Selbst Ende März gaben aber nur 29 % der Haushalte an, dass sie sich mit Lebensmittel oder anderen Produkten bevorratet haben. Werden die Haushalte detaillierter nach einzelnen Produkten gefragt, so sind die Antworten noch verblüffender: Demnach hätten selbst von denjenigen Haushalten, die angaben, sich bereits bevorratet zu haben, nur 40 % dies auch bei dem viel genannten Toilettenpapier getan, sodass, nimmt man alle Angaben zusammen, lediglich 12 % aller Haushalte sich bis Ende März konkret bei Toilettenpapier bevorratet hätten.

Stellt man dies dem erheblichen Anstieg der gesamten Ausgaben bei Drogerieprodukten gegenüber, so ist es naheliegend, dass Haushalte den erhöhten Einkauf nicht als „Bevorratung“ wahrnehmen, oder aber dies nicht so wahrnehmen oder kundgeben wollen. Für Letzteres spricht auch, dass ein großer Teil derjenigen Haushalte, die angibt sich bevorratet zu haben, den Grund in der Bevorratung anderer sieht. Genauer: Über ein Drittel gibt an, dass die vermutete Bevorratung anderer und damit wohl eine befürchtete Verknappung der Grund ihrer eigenen Bevorratung sei.

Mehr Licht darauf wird eine konkrete Gegenüberstellung der tatsächlichen Einkäufe mit den Antworten liefern können, was durch die Besonderheiten des Haushaltskrisenbarometers in den nächsten Wochen geleistet wird.

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