Umfangreiche, repräsentative und regelmäßige Umfrage unter deutschen Haushalten

Haushaltkrisenbarometer

Das Haushaltskrisenbarometer wird getragen von einer Kooperation des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE, Nielsen-Frankfurt und dem Lehrstuhl für Finanzen und Ökonomie an der Goethe-Universität Frankfurt.
Kernstück ist die Auswertung von gemeinsam erarbeiteten Fragen, die alle zwei Wochen den Haushalten des Nielsen Consumer Panel gestellt werden. Die hohe Zahl der kontinuierlich befragten Haushalte und die Möglichkeit, die Antworten mittels statistischer Verfahren repräsentativ zu machen, ergeben ein belastbares und zeitnahes Bild der wirtschaftlichen Lage, des (Konsum-)Verhaltens und der Erwartungen der gesamten Bevölkerung. Angereichert wird dies durch Einblicke in das tatsächliche Kaufverhalten anhand der für alle Haushalte erfassten Einkäufe sowie durch die Verknüpfung mit weiteren Forschungsergebnissen und Hintergrundinformationen.

Mission

Die Corona-Krise verunsichert alle Beteiligten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Verunsicherung erzeugt Ängste und kann auf allen Ebenen zu falschen Entscheidungen mit erheblichen persönlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen führen. Vor diesem Hintergrund ist es die Mission des Haushaltskrisenbarometers, zeitnahe, repräsentative und belastbare Informationen zur Corona-Krise aus der Perspektive der einzelnen Haushalte zu sammeln, in der Forschung zu nutzen und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Kernstück des Haushaltskrisenbarometers ist eine umfangreiche, repräsentative und regelmäßige Umfrage unter deutschen Haushalten. Diese wird ermöglicht durch eine bereits seit Jahren bestehende Forschungskooperation zwischen dem Frankfurter Nielsen-Team, speziell Dr. Kai Kopperschmidt und Alexander Proske, und dem Lehrstuhl für Finanzen und Ökonomie, speziell Calogero Brancatelli und Prof. Roman Inderst. Nielsen hat es nun den bisherigen Kooperationspartnern und Prof. Andreas Hackethal, der den Bereich „Household Finance“ bei SAFE leitet, ermöglicht, aktuell in einem zweiwöchigen Rhythmus gemeinsam entwickelte Fragen den Mitgliedern des nachfolgend beschriebenen Nielsen Consumer Panel vorzulegen. Das Team von Nielsen und die Wissenschaftler werten diese aus, um sie unmittelbar für die Forschung und die Öffentlichkeit verfügbar zu machen. So entsteht auch über die Zeit hinweg ein stets zeitnah aktualisiertes, repräsentatives Bild der wirtschaftlichen Lage, des (Konsum-)Verhaltens und der Erwartungen der gesamten Bevölkerung. Angereichert wird dies durch Einblicke in das tatsächliche Kaufverhalten anhand der für alle Haushalte erfassten Einkäufe, sowie durch weitere Auswertungen und Forschungsergebnisse – stets mit dem Fokus auf die Perspektive der Haushalte.

Das Nielsen Consumer Panel

Das Nielsen Consumer Panel besteht aus rund 20.000 Haushalten, von denen rund 16.000 befragt werden. Diese Haushalte sind in der Regel schon seit Jahren Mitglied des Panel und übermitteln jede Woche alle ihre Einkäufe im Bereich sogenannter „Güter des alltäglichen Bedarfs“ (FMCG), die insbesondere Lebensmittel und Drogerieprodukte umfassen. Den Haushalten werden zudem regelmäßig Fragen gestellt. Einzigartig an der Kooperation ist die häufige Frequenz der gestellten Fragen, aktuell alle zwei Wochen, und die unmittelbare Weitergabe von Informationen an die beteiligten Wissenschaftler, die dann Auswertungen umgehend öffentlich verfügbar machen.

Die Umfrage zeichnet sich damit durch die hohe Zahl der kontinuierlich befragten Haushalte aus, aber auch durch die Möglichkeit, die Antworten mittels statistischer Verfahren repräsentativ zu machen. Letzteres gelingt, da Nielsen über viele Informationen zu den einzelnen Haushaltsmitgliedern, so deren Alter, Ausbildung oder Erwerbsumstände, verfügt, die für eine repräsentative “Hochrechnung” der Antworten genutzt werden. Dies ist auch bei der Interpretation der Ergebnisse zu beachten, da die jeweiligen Prozentzahlen keineswegs lediglich den Anteil unter den Befragten darstellen, sondern bereits die “hochgerechneten Anteile” an der Bevölkerung. Beispiel: Nehmen von allen Haushalten in einer Fragerunde, aus welchen Gründen auch immer, vorwiegend junge Haushalte teil, so würde eine „nackte“ Analyse der Anteile unter den Befragten nur ein verzerrtes Bild der gesamten Gesellschaft wiedergeben, das allerdings durch entsprechende Hochrechnung korrigiert wird.

Die eingestellten Fragen

Die Fragen spannen ein weites Spektrum von der aktuellen wirtschaftlichen Lage bis zu Ängsten und Erwartungen für die Zukunft auf. Aktuell werden aus den gestellten Fragen die folgenden ausgewertet:

Fragen zum Einkommen sowie Konsum- und Sparverhalten

  • Hat sich das monatliche Nettoeinkommen des/der Hauptverdienenden im Vergleich zu vor der Krise wesentlich geändert?
  • Wie erwarten Sie, dass sich das monatliche Nettoeinkommen des/der Hauptverdienenden Ihres Haushaltes über das nächste halbe Jahr im Vergleich zu heute verändert?
  • Planen Sie sich aufgrund des Corona-Virus zukünftig bei wesentlichen Anschaffungen (über 250 Euro) einzuschränken?
  • Sparen Sie aktuell insgesamt einen größeren, kleineren oder ungefähr gleichbleibenden Anteil des verfügbaren Haushaltseinkommens als vor der Krise?

Fragen zur Beeinträchtigung der Arbeits- und Geschäftstätigkeit

  • Hat sich an den Erwerbsumständen des Hauptverdieners/der Hauptverdienerin Ihres Haushaltes in den letzten zwei Wochen eine Änderung ergeben?
  • Hat sich an den Erwerbsumständen des Hauptverdieners/der Hauptverdienerin Ihres Haushaltes in den letzten zwei Wochen eine Änderung ergeben?
  • Arbeiten Sie bzw. werden Sie aufgrund des Corona-Virus vermehrt von zu Hause (Home-Office) arbeiten?

Fragen zum allgemeinen Verhalten und Befinden

  • Meiden Sie die Öffentlichkeit aufgrund des Corona-Virus?
  • Sind Sie aufgrund des Corona-Virus sehr verunsichert?
  • Haben Sie Angst, dass Ihre Gesundheit aufgrund des Corona-Virus in Gefahr ist?
  • Finden Sie, dass die Presseberichte bezüglich Corona völlig übertrieben sind?